22. Juli 2026
Kunst aus dem imPerfekt sichtbar machen
Unter dem Namen AMT ABER BUNT sind seit Anfang des Jahres Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus dem imPerfekt in verschiedenen Berliner Ämtern ausgestellt.

Die Werke der Künstlerinnen und Künstler aus der Kunstwerkstatt der BWB werden schon seit vielen Jahren temporär ausgestellt und hängen zum Beispiel auch in der Kantine der BWB Nord. Doch aufgrund der schieren Menge stehen viele Bilder und Skulpturen im Lager.
„Die Idee, sie stattdessen lieber für eine längere Zeit in Berliner Behörden auszustellen, ist zusammen mit Benjamin Ciupek aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) entstanden“, berichtet Gesine Koher, Leiterin der Kunstwerkstatt. „Er ist dort für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und wir haben im Zusammenhang mit dem Berliner Inklusionspreis regelmäßig miteinander zu tun.“ Im LAGeSo seien viele potenzielle Ausstellungsflächen mit viel Publikumsverkehr, die aber zur Zeit nicht bespielt würden. Bis jetzt. Seit März hängen im Foyer, in den Fluren und im sogenannten Grünen Salon, einem großen Besprechungsraum, die Bilder von 16 imPerfekt-Mitarbeitenden und einem Künstler aus dem Beschäftigungs- und Förderbereich (BFB) Wedding. „Bei der Eröffnungsfeier hat der Präsident des LAGeSo, Alexander Straßmeir, eine tolle Rede gehalten“, so Koher.
AMT ABER BUNT heißt die Ausstellungsreihe, die Farbe in die Berliner Ämter bringen und die Sichtbarkeit der imPerfekt-Künstlerinnen und -Künstler erhöhen soll. „Wir freuen uns, wenn die Bilder dort nach Möglichkeit ein Jahr hängen.“ Die imPerfekt-Gruppenleitenden Jacqueline Gaumert und Ioannis Doxas-Lamprinopoulos haben die Ausstellung im LAGeSo kuratiert. „Zwei Künstler haben jeweils eine eigene Wand im Foyer. Diese klare Setzung ermöglicht es, ihre Arbeiten in Zusammenhang zu zeigen – als Werkgruppen, nicht als einzelne Bilder. So werden Entwicklungen sichtbar: wiederkehrende Formen, charakteristische Farbentscheidungen, individuelle Handschriften“, erläutern sie ihr Konzept. Die lange Eingangswand stehe unter dem Titel Menschen. „Hier begegnen sich Arbeiten verschiedener Künstlerinnen und Künstler. Unterschiedliche Annäherungen an das Thema treten nebeneinander – abstrakt, reduziert oder expressiv. Die Werke stehen im Dialog, ohne sich gegenseitig zu erklären. Gemeinsam zeigen sie, wie vielfältig der Blick auf den Menschen sein kann.“ Die Präsentation auf zwei Wänden des Grünen Salons schaffe hingegen eine ruhige Atmosphäre und gebe Raum für eine intensive Auseinandersetzung mit einer abstrakten Bildwelt des Künstlers A. Georg aus dem BFB-Wedding.
Arbeiten voller Farbe und Leben
Ein weiterer Ausstellungsort von AMT ABER BUNT ist der Teilhabefachdienst im Amt für Soziales und Gesundheit des Bezirksamts Reinickendorf. Hier stellen 15 imPerfekt-Künstlerinnen und -Künstler insgesamt 28 Kunstwerke aus, kuratiert von den Gruppenleiterinnen Ute Baron und Sara Whitelaw. „Die Ausstellung ist in zwei Bereiche unterteilt: der erste ist auf die Erwachsenenabteilung abgestimmt, der zweite vermittelt eine spielerischere Atmosphäre für die Jugendabteilung“, erläutern sie. „Die Werke wurden so kuratiert, dass sie bei jeder Person, die den Raum betritt, ein Gefühl des Willkommenseins erzeugen: Arbeiten voller Farbe und Leben, die eine vielfältige Bandbreite an Motiven und Identitäten darstellen und damit die Ziele der Inklusion widerspiegeln, die imPerfekt und der Teilhabefachdienst teilen.“
Bei der Vernissage Mitte März waren unter anderem die Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbürken-Wegner, Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen, der Gruppenleiter des Teilhabefachdienstes, Dimitri Golodni, und Fachbereichsleiterin Daniela Lißon-Manthey anwesend. Auch die BWB-Geschäftsführung war mit Dirk Gerstle und Ulrike Arnold prominent vertreten. Cordula Nowakowski, Leiterin des Begleitenden Dienstes, sowie natürlich Gesine Koher waren ebenfalls dabei.
„Ein Besucher der Eröffnungsfeier hat sofort zwei Kunstwerke gekauft“, berichtet Koher begeistert. Die haben wir dann natürlich durch zwei neue ersetzt.“
Für die Künstlerinnen und Künstler, die bei beiden Vernissagen ebenfalls anwesend waren, sind die Ausstellungen eine tolle Gelegenheit, ihre Arbeiten zu zeigen. „Es ist immer besser, wenn die Bilder irgendwo hängen und angesehen werden können, als dass sie bei uns im Lager stehen“, sagt Koher.
„Deshalb wäre es schön, wenn noch weitere Behörden Interesse an AMT ABER BUNT haben würden.“ Gemeldet hat sich bereits das Rathaus in Reinickendorf. „Die Ausstellungsfläche dort ist ziemlich groß“, sagt Koher. „Wenn es klappt, würden wir in die Ausstellung auch Bilder von Künstlerinnen und Künstlern anderer Ateliers und Beschäftigungs- und Förderbereiche mit aufnehmen.“
