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2009 war das erfolgreichste Fußballjahr für die BWB
Rubrik: KurzmeldungenDer Sportkalender der BWB liest sich wie das Tagebuch eines erfolgreichen Fußballtrainers: Ein Erfolg jagt den nächsten; kaum ist ein Turnier beendet, ist das nächste schon gewonnen. Dabei soll nicht übersehen werden, dass Sport in der BWB weit mehr ist als Fußball. Fußball-Landesmeister Berlin, 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Werkstätten für behinderte Menschen, Berliner Meister, zahlreiche Turniersiege bei Integrations-, Freundschaft- und Special Olympics- Spielen, das ist schon eine beeindruckende Bilanz der BWB-Kicker.
„Das ist alles harte Arbeit“, betont Michael Kürten, der Trainer der BWB-Fußballer. Die Frage ist doch: „Wie schaffe ich Strukturen und mit welchem Engagement gehe ich an die Sache heran?“ Es ist ihm und seinem Co-Trainer Frank Drenkow gelungen, eine stabile und schlagkräftige Mannschaft zu bilden, die von einem Erfolg zum nächsten eilt. Über das 2. Special Olympics-Fußball-Festival im Juni in Dresden schreiben die Veranstalter auf ihrer Website: „Der Sonntag begann mit weiteren Hauptrundenspielen, bei denen sich ein klarer Turnier- Favorit der Klasse A in Szene setzte: die Gäste von der BWB aus Berlin.“ (www.specialolympics-sachsen.de)
Neben dem Landesmeister und dem 3. Platz der Deutschen Meisterschaften der Werkstätten für behinderte Menschen konnten in diesem Jahr die BWB-Kicker auch das Turnier der erstmals ausgetragenen Berliner Meisterschaften des Behindertensportverbandes Berlin gewinnen. Ein ganz besonderes Highlight dieses Turniers war das Spiel der Deutschen Behinderten-Nationalmannschaft gegen ein Berliner Auswahlteam. Die Berliner mit Spielern aus der BWB, USE, Union Hilfswerk und Reha-Ost schlugen sich beachtlich und unterlagen der Nationalelf am Ende mit 1:5. Das Spiel ging über zweimal 45 Minuten und wurde auf dem Großfeld gespielt. Für die Spieler aus den Werkstätten war das eine enorme Belastung, spielen sie doch sonst nur auf dem Kleinfeld und nur zweimal 20 Minuten. Dennoch gab es von den Nationalspielern viel Anerkennung und Samet Ayar (19) wurde gemeinsam mit einem Spieler aus der REHA-Ost zu einem Sichtungslehrgang eingeladen. Möglicherweise ist also die BWB demnächst in der Nationalmannschaft vertreten.
Erfolgreich kann aber eine Mannschaft nur sein, wenn sie auf einer breiten Basis steht. Nur mit einer Vorzeigemannschaft lassen sich Erfolge auf Dauer nicht erreichen. Trainer Kürten betont deshalb immer wieder, dass die Konkurrenz nicht schläft. In der BWB spielen ungefähr 30 bis 35 Spieler in zwei Mannschaften. Die BWB-Ost hat eine kleine Mannschaft, alles in allem spielen rund 100 Werkstättenmitarbeiter Fußball. Und nicht vergessen werden sollen die Frauen, die seit einem Jahr ebenfalls eine eigene Mannschaft haben.
Der Fußball ist die Königsdisziplin, eine Meinung, der sich sicherlich nicht alle anschließen können. Deshalb gibt es in der BWB reichlich Alternativen. Die erfolgreichsten sind die BWB-Laufbewegung, die Werkstätten- und Stammmitarbeiter gleichermaßen einschließt, und der Kraftdreikampf für die starken Männer. Die Laufbewegung hat sich als eine Sportart etabliert, die die oft betonte Öffnung der BWB nach außen anschaulich demonstriert. Der Frühjahrslauf in der Hasenheide umfasst eine Distanz von 5.235 Metern und findet jedes Jahr im April statt. 2005 gingen zaghafte 16 Läufer an den Start, 2009 waren es schon 90. Sie kommen aus der BWB, aber auch aus Schulen mit sonderpädagogischen Schwerpunkten und anderen Werkstätten für behinderte Menschen. Im nächsten Jahr soll dieser Lauf eine noch breitere Basis finden. Anfangs stoppte man die Zeit mit Stoppuhren, vor einem Jahr sponserte die Firma Davengo erstmals eine elektronische Zeitmessung, in diesem Jahr wurden zum ersten Mal Startnummern aus der eigenen Produktion verwendet. (www.bwb-laufbewegung.de)
Der Kraftdreikampf ist eine relativ junge Sportart. In Berlin gibt es nur eine Mannschaft in der BWB und eine in der Lichtenberger Werkstatt. Die BWB-Sportler konnten aber schon an einigen Turnieren teilnehmen; bei einer Veranstaltung von Special Olympics in Ungarn führte die BWB die deutsche Vertretung an. Neben dem Leistungssport gibt es den Breitensport. Jedes Jahr nehmen über 100 Werkstättenmitarbeiter am Lebenshilfesportfest teil, das dieses Jahr zum 29. Mal unter Beteiligung von Mannschaften aus Berlin, ganz Deutschland, Polen, der Slowakei und Tschechien stattfand. Betreut werden die BWBSportler von vielen Gruppenleitern und den Sportlehrern, deren Leistungen oft als selbstverständlich verstanden werden.
Ob Breiten- oder Spitzensport, die meisten Werkstättenmitarbeiter haben Spaß am Sport und sehen eine angenehme Alternative zur Arbeit in der Werkstatt, in den Produktionsbereichen oder im Berufsbildungsbereich. Sport stählt den Körper und hilft, soziale Kompetenzen aufzubauen. In der Zeit vom 14. bis 18. Juni 2010 finden in Bremen die Special Olympics National Games statt, natürlich mit Beteiligung der BWB.
