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Mit Profis den Wunschjob finden

 

Ende November startete die neue Berufsberatung der BWB. Menschen mit Behinderungen erhalten passgenaue Unterstützung auf dem Weg ins Berufsleben. 

Berufsberatung ist ein wichtiger Teil des Integrationsmanagements und damit auch seit jeher ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, sagt der Psychologe Jens Hamann. Ziel von ihm und seinen Kollegen ist es, für jeden Mitarbeiter genau den Arbeitsplatz zu finden, der zu ihm passt - in den Werkstätten oder in Unternehmen des ersten Arbeitsmarkts. Damit das gelingt, müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. „Die Interessen und Bedürfnisse der Mitarbeiter sind dabei sehr wichtig, aber auch andere Faktoren wie die Unterstützung durch Angehörige und der Fahrtweg spielen eine Rolle“, sagt Jens Hamann.  

 

Seit Ende November können auch Schulabgänger, Angehörige, Lehrer und andere Interessierte die BWB-Berufsberatung in Anspruch nehmen. Das Besondere daran: Das Beratungsangebot richtet sich an besondere Gruppen von Menschen mit Behinderungen wie zum Beispiel psychisch Erkrankte oder Jugendliche mit sozioemotionalen Handicaps. Die Beratungsgespräche werden von Experten geleitet, die bereits intensiv mit diesen Menschen gearbeitet haben und deren besondere Bedürfnisse und Anforderungen kennen. So hat Jens Hamann nach seinem Studium zusätzlich eine zweijährige Ausbildung als Fachberater für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen absolviert. Er begleitet BWB-Mitarbeiter, die zu dieser Gruppe gehören, bereits seit Jahren. „Fast alle Menschen aus dem Autismus-Spektrum brauchen bei ihrer Arbeit feste Strukturen und Rituale. Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, reagieren sie mitunter panisch“, sagt der Psychologe. „Auch in der Kommunikation mit Kollegen und anderen gibt es manchmal Schwierigkeiten.“ Jens Hamann erzählt von einem Mitarbeiter mit der eher leichten Autismus-Form Asperger Syndrom, der früher in einem Möbelhaus arbeitete. Es kam zu Konflikten, wenn der Mann stundenlang im Pausenraum saß oder sich von Kunden bei seiner Arbeit gestört fühlte. Mittlerweile hat der BWB-Mitarbeiter eine Stelle in einem Archiv gefunden. Dort hat er ein klar umrissenes Arbeitsgebiet, Aufgaben kann er in seinem eigenen Rhythmus abarbeiten. In dem neuen Umfeld ist der Mann deutlich zufriedener. 

 

Ganz anders sind die Bedürfnisse von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (MeH). Sie wurden oft durch einen Unfall, eine Hirnblutung oder einen Schlaganfall von einem Tag auf den anderen aus ihrem bisherigen Leben geworfen. Auch wenn das Erinnerungsvermögen und die intellektuellen Fähigkeiten davon nicht berührt wurden, so müssen MeH-Patienten oft das Schreiben oder das Laufen neu lernen. Der Psychologe Thomas Snider hat 2008 gemeinsam mit
Berni Jansen, der Leiterin der Abteilung Begleitende Dienste, ein neuartiges Programm für MeH-Patienten entwickelt. Auch Thomas Snider bietet jetzt Berufsberatung an. Mitglieder des Beraterteams sind außerdem die Psychologin Anne Reichert, die seit Jahren mit psychisch erkrankten Menschen arbeitet, und die Pädagogin Sevda Bender, deren Spezialgebiet die Integration von Menschen mit sozioemotionalem Handicap ist. Experte in Sachen betriebsintegrierte Gruppen (BiG) ist der Sozialarbeiter Jens Brunnlieb-Richter. Zu seinen Aufgaben gehört es, Arbeitsplätze in Firmen und Fabriken einzurichten, die genau an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst sind. Wer sich für einen BiG-Platz interessiert, kann sich direkt an Herrn Brunnlieb-Richter wenden. 

 

Die Beratungen finden im BWB-Servicecenter im Kreuzberger Teil der Friedrichstraße statt. Alle zwei Wochen wird einer der Experten am Donnerstagnachmittag vor Ort sein und Berufsberatungen anbieten. Gespräche zu anderen Terminen können jederzeit vereinbart werden.  

Ihr Ansprechpartner für einen individuellen Beratungstermin:

Jens Hamann
hamann(at)bwb-gmbh.de