Projekt-eRnst
Eine Kooperation der Berliner Werkstätten für Behinderte GmbH (BWB) und den Porsche Zentren Berlin und Berlin-Potsdam.
Das Projekt eRnst beschreibt die strukturelle Kooperation einer WfbM mit einem Industrieunternehmen des 1. Arbeitsmarktes auf mehreren Ebenen:Intern, d.h. innerhalb der Werkstatt, finden mit Unterstützung der Porsche Zentren Projekte im Kfz-Bereich statt.
Extern erhalten Werkstattbeschäftigte nicht nur ihre berufliche Bildung auf dem 1. Arbeitsmarkt (1. AM), sondern arbeiten auch als Beschäftigte in den Porschezentren Berlin und Berlin-Potsdam.
Integriert findet die berufliche Bildung in der Lernwerkstatt der BWB statt und wird durch Praktika auf dem 1. Arbeitsmarkt ergänzt, die Teil der Struktur sind. Grundlage dieser Ausbildungskultur ist der von Porsche und BWB gemeinsam entwickelte Rahmenplan.
Die Kooperation zielt auf die Entwicklung von Kompetenzen und Qualifikationen der Mitarbeiter in beiden Unternehmen durch eine gemeinsame Ausbildungskultur:
In den Porsche Zentren soll die eigene Ausbildungskultur weiter entwickelt sowie fähige Mitarbeiter der WfbM für Helfertätigkeiten gefunden und eingestellt werden.
Ziel der BWB ist eine Qualifizierung für Werkstattbeschäftigte, die der Ausbildungskultur der Porsche Zentren entspricht und den Übergang auf den 1. AM konzeptionell beinhaltet.
Von den Fachkräften beider Kooperationspartner wurde ein gemeinsamer Rahmenplan entwickelt, der bis heute maßgeblich zur Umsetzung der genannten Ziele beiträgt.
Besonderheiten der Kooperation:
• Eine Kooperation mit einem renommierten Unternehmen
• Die Kooperation ist nicht zeitlich begrenzt. Sie wird von beiden Partnern für die Zukunft weiter gewünscht.
• Alle Ebenen der Kooperation bauen aufeinander auf und ermöglichen wirklich allen Werkstattbeschäftigten die berufliche Weiterentwicklung im Kfz-Bereich. Sie zeichnen sich durch ihre strukturelle Verknüpfung mit dem 1. Arbeitsmarkt aus.
• Mit dem Konzept der Lernwerkstatt wird das duale Ausbildungssystem erstmals auch für Werkstattbeschäftigte angewandt.
• Der gemeinsam entwickelte Rahmenplan beschreibt die Ausbildungspraxis. Die konkreten Lernzielkontrollen und das ausgearbeitete Dokumentationsverfahren ermöglichen qualitativ hochwertige Personalentwicklungen, die zentraler Baustein der gemeinsamen Ausbildungskultur sind.
• Sowohl die Integration von Werkstattbeschäftigten in die Porsche Zentren als auch die Qualifizierung in der Lernwerkstatt haben keinen Projektcharakter mehr. Sie bestehen fortlaufend und werden immer wieder erweitert.
Für die Zukunft wünschen sich beide Kooperationspartner die Verzahnung der beruflichen Bildung, die ihren Ausdruck in einer Verbundausbildung hat. Außerdem soll das Konzept Modellcharakter für andere Industriepartner und Werkstätten (WfbMs) haben. In diesem Konzept liegt die Möglichkeit einer bundesweiten Vereinheitlichung der Bildung in Werkstätten für behinderte Menschen, die individuelle Förderung unter dem Mantel des dualen Systems strukturell ermöglicht.
Die Berliner Werkstätten und die Porsche Zentren legen mit ihrer Kooperation beispielhaft dar, dass die Rückbesinnung auf die eigenen Ressourcen in ihrer bestechenden Einfachheit zu großen Entwicklungen führen kann.


